Reisetagebuch & Seelenstriptease eines Borderliners (BPS)

„Ich bin einfach müde, die Art von müde, wo kein Schlaf mehr hilft. Ich bin müde vom Leben, müde vom Kämpfen und müde vom Durchhalten. es kostet so viel Kraft, niemanden zu zeigen, wie kaputt man wirklich ist.“

Verfasser unbekannt

RÜCKBLICK

Geplante Tour: Umrundung der Ostsee

Route: Dänemark, Schweden, Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Deutschland

Zeitrahmen: 5 Monate 


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Start mit Hindernissen

Nachdem ich Ende Februar mit Kalle mein mobiles Heim bezogen hatte, ging es im Mai endlich auf Reisen. Eine Umrundung der Ostsee war angedacht. Geplanter Zeitrahmen: Fünf Monate. Doch bereits nach wenigen Wochen musste ich die Reise abbrechen. Kalles Gesundheitszustand ließ eine Weiterfahrt nicht zu. Und wenn ich ehrlich bin, mein Gemütszustand ebenfalls nicht.

Gefangen im Teufelskreis der Gefühle!

Die ersten Tage hätten besser nicht sein können. Von Wilster ging es ganz gemächlich in Richtung Dänemark. Nach kurzen Aufenthalten in Neukirchen und Süderlügum war ich mir sicher, die innere Ruhe für die Reise zu haben und dass das Unternehmen ein Erfolg werden würde. In Dänemark setzte der Wandel ein. Genauer gesagt auf Rømø! Voller Vorfreude erreichte ich den befahrbaren Strand der Insel und ich war mir abermals meiner Sache sicher, dass es auch Kalle dort gefallen würde. Bis dato hatte er den Strand immer geliebt und noch intensiver die Dünen. 

Verhaltene Freude statt ekstatische Toben.

Nach der Ankunft am Strand machte sich etwas Ernüchterung bei mir breit. Kalles Reaktion auf Strand und Dünen viel bei Weitem nicht so aus, wie ich es mir vorgestellt hatte. Kein ausgelassenes Toben am Strand. Kein wildes Rennen durch die Dünen. Auch nach einigen Stunden am selben Standort änderte sich der Gemütszustand von Kalle nicht. Das führte dazu, dass sich Verunsicherung in mir breitmachte. Was war die Ursache für das Verhalten des Hundes? War ich die Sache doch zu forsch angegangen? Ist Kalles Krebserkrankung doch bereits zu weit fortgeschritten? Waren meine Erwartungen zu hoch? Eine Frage nach der anderen schoss mir durch den Kopf. Passende Antworten fand ich jedoch keine. Nachdem der Strand wider Erwartend nicht auf die Begeisterung des Hundes stieß, steuerten wir den ersten Übernachtungsplatz in Dänemark an. Ausgesucht hatte ich einen unmittelbar an einem Hundewald angrenzenden Parkplatz. Ein schöner, ruhiger Ort für eine Übernachtung. Auf eine angenehme Nacht folgte die nächste Ernüchterung. Auch im Wald zeigte mein pelziger Reisebegleiter keine Begeisterung. Stattdessen nahmen die Verhaltensmuster zu, die bei einem Hund auf Stress hindeuten. 

Perpetuum Mobile der Gedanken im Kopf

Ungeachtet der ersten Erfahrungen setzten wir unsere Reise entlang der dänischen Westküsten fort. Der Besuch der wunderschönen Stadt Ribe, wo wir den wohl fürchterlichsten Wohnmobilstellplatz kennenlernen durften, den ich bis dato gesehen hatte, in Verbindung mit Kalles Verhalten war für meinen Gemütszustand so etwas wie Öl, das man ins Feuer gießt. Der ursprüngliche Plan, Dänemark ein paar Wochen gemeinsam mit Kalle zu bereisen, bevor wir dann superliebe Menschen besuchen, die in Dänemark Urlaub machen wollten, bekam erste Risse. Entgegen dem ursprünglichen Vorhaben, in Ribe zu übernachten, fuhren wir weiter. Nahe Varde fanden wir einen wunderschönen Platz an einem See. Hier hätte ich gerne ein paar Tage verbracht. Aber ich bin wohl doch ein extremer „Biedermann“ oder wie man heute ja zu sagen pflegt, ein Spießer, der sich strikt an Regeln hält. Und die Regel besagen nun mal, dass man in Dänemark lediglich eine Nacht an einem freien Stellplatz steht. Der Zeitpunkt war da, eine Entscheidung zu fällen, wie es weitergehen soll, also entschied ich mich, den Besuch der Freunde abzusagen und mich gemeinsam mit Kalle auf den Weg in Richtung Schweden zu begeben. 

Schlechtes Wetter – wachsende Sorgen ….. FORTSETZUNG FOLGT!!!