Donnerstag, Dezember 1, 2022
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    StartReisetagebuch#8 Reisetagebuch

    #8 Reisetagebuch

    Reisetagebuch & Seelenstriptease eines Borderliners (BPS) 

    „Ich bin einfach müde, die Art von müde, wo kein Schlaf mehr hilft. Ich bin müde vom Leben, müde vom Kämpfen und müde vom Durchhalten. es kostet so viel Kraft, niemanden zu zeigen, wie kaputt man wirklich ist.“

    Verfasser unbekannt 

    Mittwoch, 12. Oktober 22
    (Spanischer Nationalfeiertag!)

    Da heute ein spanischer Nationalfeiertag ist, was bedeutet, das sämtliche Freizeitplätze überlaufen sowie alle Geschäfte geschlossen sind, bleibe ich noch einen weiteren Tag an diesem Stellplatz stehen.

    Es klingt komisch, ist aber so! Dank eines Buches (“Am Arsch vorbei geht auch ein Weg.“) habe ich heute tatsächlich unmittelbar nach dem Aufstehen geduscht.
    Eigentlich hätte ich damit gewartet, bis ich mir sicher sein kann, dass die Camper in unmittelbarer Nachbarschaft zu mir auch wirklich wach sind und ich sie nicht durch meine Dusch-Aktion wecken könnte.


    Heute jedoch ging es mir am Arsch vorbei.

    Woher kommt bei mir das krankhafte Verlangen, den Menschen in Spanien zeigen zu müssen, dass nicht alle deutschen Camper entweder zu der Kategorie “Neu-Hibbies“ zählen, die eine Spur von Fäkalien im Land hinterlassen, da ihre VW-Busse oder selbst ausgebauten Camper über keine Toilette – nicht einmal eine Trockentrenntoilette verfügen. Oder zu jener überheblichen Kategorie von Wohnmobilisten die meinen, ihnen gehöre, aus welchen vermeintlichen Gründen auch immer, die ganze Welt.

    Natürlich gibt es auch etwas dazwischen und genau dort möchte ich mir einreihen und keinen Zweifel aufkommen lassen, das dem so ist.

    Ich weiß vom Kopf her, dass dieser Gedankengang totaler Blödsinn ist. Wohl nicht ohne Grund habe ich einen Doppelnamen. Sagen wir mal JENS ist der Kopfmensch. Der betrachtet alles sehr sachlich und frei von Emotionen. Peter hingegen ist der Bauch und Herzmensch. Manchmal ist sein Denken und Handeln ja gar nicht mal so verkehrt, aber er neigt bedauerlicherweise auch zu Übertreibungen und leider auch zu irrationalem Verhalten.

    Also fast so wie: Dr. Jekyll und Mr. Hyde

    Nachdem ich jetzt eine Weile mal so einige Camper-Typen beobachtet habe, merke ich immer mehr, wie blöde mein Verhalten ist. Es gibt in jedem Land so viele unterschiedliche Typen von Campern. Hier in Spanien erlebe ich gerade, dass es jene Wohnmobilfahrer gibt, die zig Mal über den gesamten Platz fahren und ihr Fahrzeug auf der Suche nach dem hundert Prozent perfekten Platz auch gerne diverse Male umparken. Dann gibt es die, die über Minuten ihren Motor laufen lassen, während sie das Navi programmieren, in die Karte schauen, einige Dinge sortieren, ungeachtet das beim Nebenmann noch alle Rollos heruntergezogen sind. Jene, die einfach unmittelbar neben einem einparken und das so nah, das man kaum die Tür aufbekommt.

    Von Privatsphäre keine Spur. Camper, die einfach Wasser aus dem Fenster gießen, mitten in der Nacht mit Mülleimerdeckel poltern, den Parkplatz mit Musik beschallen ….. und ich mache mir Gedanken, ob ich mit meinem Duschvorgang jemanden wecken könnte.

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